Hashimoto und der Mikronährstoff Eisen


Die ausreichende Versorgung des Körpers mit Eisen ist ein wichtiges Thema, nicht nur für Menschen mit Hashimoto. In Europa liegt bei etwa 10 % der Bevölkerung ein Mangel an Eisen vor. Das ist schon nicht wenig, bei bestimmten Personengruppen ist der Anteil der von Eisenmangel Betroffenen sogar noch deutlich höher.

Darum ist es nicht nur, aber ganz besonders auch für von Hashimoto-Patienten wichtig, ihre Eisenzufuhr im Auge zu behalten. Warum das so ist, wofür unser Körper Eisen benötigt und wie wir unseren Eisenspiegel zuverlässig im grünen Bereich halten können, darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Die Rolle von Eisen für den Körper

Das Eisen zählt zu den Mikronährstoffen, genauer gesagt zu den Spurenelementen. Das bedeutet, dass unser Körper diesen Stoff zwar nur in kleiner Menge benötigt – unser Körper enthält zwei bis fünf Gramm Eisen – es aber dennoch überlebensnotwendig ist. Der Körper selbst kann kein Eisen bilden. Also gilt es, die nötige Menge mit der Nahrung oder gegebenenfalls anderweitig aufzunehmen.

Welche Aufgaben also fallen dem Eisen in unserem Körper zu? Es ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffs, dem Hämoglobin. Dadurch ist es am Sauerstofftransport im Körper beteiligt sowie an der Speicherung des Sauerstoffs in den Muskeln. Außerdem – wie es euch vielleicht aus der Werbung eines beliebten Safts für Kinder bekannt vorkommt – benötigt der Körper Eisen zur Blutbildung. Auch verschiedene Stoffwechselprozesse (beispielsweise der Schilddrüse) funktionieren nur dank des Eisens. Ihr seht also: Eisen ist essenziell für uns.

Einen Eisenmangel erkennen

So wichtig das Eisen für uns auch sein mag, so leiden doch überraschend viele unter einem Mangel. Insbesondere sind Menschen betroffen, die menstruieren. Denn das geht mit einem entsprechend regelmäßigen Blutverlust einher, und in unserem Blut sind 70 % des Eisens des Körpers gebunden. Pro zwei Milliliter Blut geht auch ein Milligramm Eisen verloren. Darum sind in dieser Gruppe sogar 20 % bis 30 % von einem Eisenmangel betroffen.


Übrigens: Auch Sportler und Sportlerinnen sind wahrscheinlicher von einem Mangel betroffen als andere Menschen, ebenso Kinder sowie Schwangere und Stillende. Und selbstverständlich nehmen von Hashimoto Betroffene eine besondere Rolle ein. Hierzu kommen wir gleich.


Die Hinweise auf einen Eisenmangel werden nicht immer gleich als solche erkannt, weil sie oft als Phase oder Normalzustand beziehungsweise einfach als „Formtief“ interpretiert werden. Darum kann es sinnvoll sein, bei folgenden Symptomen einen Blick auf die Eisenwerte zu werfen:

  • Erschöpfung

  • Müdigkeit

  • Abgeschlagenheit

  • Konzentrationsschwäche

  • Haarausfall

  • Blässe

  • Kopfschmerzen

  • Brüchige Nägel

  • Eingerissene Mundwinkel

  • Anfälligkeit für Infekte

Warum nicht einfach regelmäßig die Eisenwerte überprüfen lassen? Das ist beim Arzt oder Heilpraktiker absolut unkompliziert möglich. Außerdem gibt es das praktische Set von cerascreen*, mit dem auch einfach bequem von Zuhause aus getestet werden kann.

Besonderheiten bei Hashimoto

Wie bereits angesprochen, nimmt das Thema Eisen bei Menschen mit Hashimoto eine besondere Rolle ein. Denn ein Mangel an Eisen hemmt den Stoffwechsel der Schilddrüse – eine Unterfunktion kann entstehen. Diese entpuppt sich schnell als Teufelskreis, denn liegt bei der Schilddrüse eine Unterfunktion vor, klappt auch die Eisenaufnahme nicht mehr im gewünschten Maße, sondern wird eingeschränkt. Doch auch das bei Hashimoto nicht ungewöhnliche Leaky-Gut-Syndrom (hier findest du dazu nähere Informationen:) kann dazu beitragen, dass Eisen schwerer aufgenommen wird.


In Hinblick auf die Schilddrüse ist außerdem wichtig zu wissen: Eisen spielt eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen. So ist es unabdingbar für die Bildung des Schilddrüsenhormons T4. Mehr noch: Es wird auch benötigt, um das T4 in seine aktive Form, also T3, umzuwandeln. Wird im Falle von Hashimoto mit der Gabe von L-Thyroxin (T4) therapiert, so kann diese Art der Therapie entsprechend gar nicht zum gewünschten Ergebnis führen, wenn ein Eisenmangel vorliegt. Denn dieser stört die Umwandlung des T4 ins aktive Trijodthyronin (T3).

Wir sehen also: Fehlt Eisen, wirkt sich das direkt auf die Schilddrüse auf. Entsprechend sollten wir eine ganz besondere Aufmerksamkeit auf unsere Eisenversorgung legen, denn einem Mangel so gut es geht vorzubeugen ist immer einfacher, als einen bestehenden Mangel auszugleichen.

Eisenversorgung optimieren

Je nachdem, ob ein Eisenmangel vorliegt und wie ausgeprägt er ist, gibt es verschiedene Wege, den Alltag „eisenbewusst“ zu gestalten.

Eisen über die Ernährung


Wenn wir uns die Eisenversorgung über die Ernährung näher ansehen, unterscheiden wir zuerst einmal zwischen Hämeisen und Nicht-Hämeisen. Der Unterschied: Hämeisen finden wir in tierischen, Nicht-Hämeisen in pflanzlichen Lebensmitteln.

Generell kann der Körper Hämeisen besser aufnehmen als Nicht-Hämeisen. Denn Nicht-Hämeisen wird vom Körper erst in seine aufnehmbare Form umgewandelt. Trotzdem müssen darum pflanzliche Eisenquellen nicht gemieden oder die tierischen Quellen generell bevorzugt werden.

So ist rotes Fleisch zwar eisenhaltig, doch gerade dieses Lebensmittel kann sich negativ auf den Darm auswirken1. Die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln kann hingegen deutlich verbessert werden in Kombination mit Vitamin C.

Diese Lebensmittel enthalten viel Eisen: