Hashimoto und die Nebenniere



Wenn wir an Hashimoto denken, dann haben wir zuerst einmal die Schilddrüse vor Augen. Sie ist schließlich das Organ, das in erster Linie von der Autoimmunkrankheit betroffen ist. Wenn du an Hashimoto erkrankt bist, oder dich schon ein wenig auf meinem Blog umgesehen hast, weißt du aber: Die Schilddrüse steht bei Weitem nicht alleine da, wenn es um die Auswirkungen von Hashimoto geht.

Heute schauen wir uns die Nebenniere als ebenfalls von Hashimoto beeinflusstes Organ an – oder vielmehr stehen Nebenniere und Schilddrüse in Wechselwirkung zueinander. Welche Aufgaben die Nebenniere hat und welchen Zusammenhang es zu Hashimoto gibt, erfährst du in diesem Beitrag.

Die Aufgaben der Nebenniere


Die Nebenniere ist eine Hormondrüse, die als Paar jeweils auf den Nieren sitzt, ein wenig wie kleine Hütchen. Sie produziert verschiedene Hormone. Dabei unterscheiden wir zwischen der Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark.

Im Nebennierenmark wird Adrenalin produziert. Dieses Hormon kennen wir wahrscheinlich alle. In aufregenden oder auch stressigen Situationen wird es ausgeschüttet und lässt Herzfrequenz und Blutdruck ansteigen. Ähnlich wirkt auch das ebenfalls im Nebennierenmark entstehende Noradrenalin. Außerdem wird hier Dopamin produziert – wohl besser bekannt als „Glückshormon“.

Die Nebennierenrinde hingegen produziert einerseits Aldosteron, ein Hormon, dass für den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers mitverantwortlich ist. Andererseits entsteht hier Cortisol, ein Stresshormon. Es unterstützt die Wirkung des Adrenalins und hebt den Blutzuckerspiegel an. Außerdem steigert es unsere Aufmerksamkeit. Aber auch beim Stoffwechsel von Knochen, Haut, Muskulatur und Bindegewebe sowie bei unserer Psyche hat das Cortisol die Hände mit im Spiel. Es wirkt sogar entzündungshemmend.

Unterfunktion der Nebenniere und Nebennierenschwäche


Die Nebenniere trägt also – obwohl es sich um ein recht kleines Organ handelt – einiges zu einem gesunden und funktionierenden Körper bei. Sie ist sogar eine unserer Haupthormondrüsen.

Nun ist Hashimoto dafür bekannt, mit weiteren Erkrankungen einherzugehen. Darunter kann auch die Nebenniere leiden. Denn die hormonellen Funktionen von Schilddrüse und Nebenniere verknüpfen diese beiden Organe gewissermaßen miteinander; sie üben ihre Funktionen im Zusammenspiel aus.

Dabei unterscheiden wir zwischen einer Unterfunktion der Nebenniere, auch Nebenniereninsuffizienz genannt, und der Nebennierenschwäche.

Die Nebenniereninsuffizienz ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die unter anderem mit merklicher Erschöpfung einhergeht, aber auch mit Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen. Eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto kann einer der Auslöser sein. Sie gehört in die Hände von Ärzten, die diese Erkrankung durch eine Blutuntersuchung in Hinblick auf Salze und Cortisol erkennen können. Die Therapie erfolgt durch die Einnahme von Hormonen.

Bei der Nebennierenschwäche handelt es sich um eine deutlich mildere Form. Oft wird sie durch Stress ausgelöst. Das liegt daran, dass häufiger Stress auch stets die Nebenniere beansprucht, die dann Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ausschüttet. Wird die Nebenniere auf diese Art stetig und über einen längeren Zeitraum belastet, dann kann sie sich regelrecht erschöpfen – es kommt zur Nebennierenschwäche. Doch auch das Vorhandensein von Hashimoto begünstigt diese Erschöpfung.

Symptome der Nebennierenschwäche


Ist die Nebenniere beeinträchtigt, kann sie ihren Aufgaben nicht mehr einwandfrei nachgehen. Das bedeutet, dass die Produktion wichtiger Hormone zu kurz kommt. Das bringt wiederum verschiedene Symptome mit sich. Einige davon sind:

  • Niedriger Blutdruck

  • Erschöpfung

  • Müdigkeit (insbesondere am Morgen und am Nachmittag)

  • Energiemangel

  • Verringerte Merkfähigkeit

  • Gefühl von Schwäche

  • Unkonzentriertheit

  • Stimmungsschwankungen

  • niedriger Blutzuckerspiegel

  • Heißhunger auf Salziges

Sehen wir uns näher an, welche Aufgaben die Hormone der Nebenniere normalerweise erfüllen, dann wird auch klar, weshalb genau diese Symptome entstehen. Dabei spielt besonders das Cortisol eine wichtige Rolle. Ist dieses Hormon in zu geringer Menge vorhanden, dann fehlt uns schlichtweg die nötige Energie, um unseren Alltag wie gewohnt bewältigen zu können.

Außerdem hilfreich zu wissen: Die Symptome der Nebennierenschwäche ähneln zum Teil denen von Hashimoto. Sollten sich also auch als perfekt eingestellter Hashimotopatient manche Beschwerden nicht verabschieden wollen, kann sich ein Blick auf die Nebenniere lohnen.

Diagnose der Nebennierenschwäche

Im Gegensatz zur Nebenniereninsuffizienz, die sich mithilfe eines Bluttests diagnostizieren lässt, kann eine Nebennierenschwäche nicht so einfach festgestellt werden. Die Cortisolwerte im Blut sind hierfür nicht ausgeprägt genug.


Ein Speicheltest hingegen z.B von cerascreen* kann womöglich einen Anhaltspunkt zur Feststellung einer Nebennierenschwäche liefern.




Die Nebenniere unterstützen


Es gibt – genauso wie auch bei Hashimoto – einiges, was wir tun können, um bei der noch milden Form der Nebennierenschwäche die Nebennieren zu entlasten.

Gesunder Schlaf


Müdigkeit und Erschöpfung spielen als Symptom der Nebennierenschwäche eine entscheidende Rolle. Hier einen gewissen Rhythmus zu finden, hilft auch der Nebenniere; die Zeiten des Zubettgehens und des Aufstehens sollten konsequent gleich sein. Auch ist es wichtig, dem Körper die nötige Ruhezeit zu geben. Acht Stunden Schlaf sollten nicht bedeutend unterschritten werden. Selbst wenn das Einschlafen nicht von Anfang an leicht fällt: Das liegende Ruhen im abgedunkelten Raum vermittelt dem Körper bereits ein gewisses Maß an Entspannung und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem gleichmäßigen Schlafrhythmus und erholsamen Schlaf.

Kaffee & Koffein


Kaffeeliebhaber sollten sich im Idealfall auf die Tasse am Morgen beschränken, wenn nicht sogar den Kaffee ganz weglassen. Denn Koffein sorgt dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden, was wiederum die Nebenniere belastet. Das betrifft auch andere koffeinhaltige Getränke. Zudem beeinträchtigt Koffein die Schlafqualität.

Stress vermeiden