Darm aufbauen bei Hashimoto



Zwischen unserem Darm und Hashimoto besteht eine enge Verbindung. Einerseits betreffen beide das Immunsystem: Hashimoto als Autoimmunkrankheit und unser Darm als Sitz von 80 % unseres Immunsystems. Andererseits wird immer häufiger der Zusammenhang zwischen einem funktionierenden Darm und einer intakten Schilddrüse gezogen.

So ist es nicht selten, dass mit Hashimoto auch ein beeinträchtigtes Magen-Darm-System einhergeht. Das Wohlbefinden auch in Hinblick auf Hashimoto lässt sich in vielen Fällen steigern, wenn auch der Darm in Ruhe arbeiten kann.

Begleiterscheinungen von Hashimoto, wie Gluten- oder andere Unverträglichkeiten machen das nicht immer zu einer einfachen Aufgabe. Darum will ich dir in diesem Beitrag zeigen, was du tun kannst, um deinen Darm zu unterstützen und aufzubauen.

Der gesunde Darm


Von einem gesunden Darm sprechen wir oft dann, wenn die Darmflora im Gleichgewicht ist. Die Darmflora bezeichnet die Zusammensetzung der Bakterien, die im Darm Leben. Das sind übrigens gar nicht mal so wenige. Zusammengenommen können sie durchaus ein Gewicht von 1,5 Kilogramm auf die Waage bringen.

Der Darm wird von hilfreichen Bakterien besiedelt, die bei der Verdauung helfen, teilweise Vitamine produzieren und auch einen Einfluss auf die Produktion von Schilddrüsenhormonen haben. Außerdem stellt der Darm ein regelrechtes Trainingslager für unser Immunsystem dar.

Ein gesunder Darm erfüllt neben der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen aus der Nahrung also auch all diese Aufgaben. Inwiefern kann ihm hier Hashimoto in die Quere kommen?

Auswirkungen von Hashimoto auf den Darm


Im Zusammenhang mit Hashimoto werden immer wieder Begleiterkrankungen, so auch des Magen-Darm-Systems, beobachtet. Eine häufig bei Hashimoto-Patienten feststellbare Nebenerscheinung ist außerdem das Leaky Gut-Syndrom, über das du hier mehr erfahren kannst.

Der angegriffene Darm geht wiederum oft mit Unverträglichkeiten, wie beispielsweise gegen Gluten, einher. Neben einer problematischen, unter Durchfall, Blähungen oder Verstopfung leidenden Verdauung ist so außerdem auch die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen, die die Schilddrüse gerade jetzt dringend braucht, beeinträchtigt.

Insgesamt lässt sich sagen: Damit wir uns mit Hashimoto besser fühlen können, kann es entscheidend sein, das Augenmerk auf den Darm zu legen und ihn so gut es geht zu entlasten. Denn gerade weil der Darm für den gesamten Körper so eine wichtige Rolle spielt, beeinflusst er unseren allgemeinen Gesundheitszustand umso mehr.

Doch wie können wir den Darm wieder stärken, wenn er durch Krankheiten wie eben Hashimoto geschwächt ist?

Den Darm aufbauen


Wie bereits angesprochen ist eine ganz wichtige Säule für einen gesunden Darm eine intakte Darmflora. Die guten Bakterien des Darm sollten stets überwiegen, um ihren wichtigen Aufgaben nachkommen zu können. Um sie zu unterstützen, können wir ihre Ansiedelung fördern oder sie „füttern“.

Probiotische Lebensmittel

Dabei helfen verschiedene Lebensmittel. Probiotische Lebensmittel enthalten Mikroorganismen, die sich in unsere Darmflora einfügen und sie stärken können. Zu ihnen zählen Lakto- und Bifidobakterien. Wir finden diese Mikroorganismen in Lebensmitteln wie:

  • Sauerkraut

  • Kimchi

  • Brottrunk

  • Tempeh

  • Saure Gurken

  • Miso

  • Kombucha

  • Apfelessig

All diese Lebensmittel haben eines gemeinsam: sie sind fermentiert. Durch diesen Prozess enthalten sie nun, sofern sie nicht pasteurisiert wurden, die gewünschten Bakterien. Alternativ sind Probiotika auch von verschiedenen Herstellern in Kapselform erhältlich.

Präbiotische Lebensmittel

Die meisten kennen präbiotische Lebensmittel wohl unter dem Begriff Ballaststoffe. Was unser Körper nicht verdauen kann, das stellt für die Bakterien in unserem Darm quasi ein Festmahl dar. Mit ausreichend Ballaststoffen in unserer Ernährung können wir die guten Bakterien, die unsere Darmflora stabilisieren, also füttern. Vor allem die Bifidobakterien profitieren davon. Präbiotische Lebensmittel sind zumeist pflanzlich. Zu ihnen zählen:

  • Artischocken

  • Zwiebeln

  • Lauch

  • Knoblauch

  • Bananen

  • Pastinaken

  • Schwarzwurzeln

  • Topinambur

Übrigens haben Studien gezeigt, dass die Darmflora von Menschen, die sich pflanzenbetont und ballaststoffreich ernähren, deutlich vielfältiger und somit widerstandsfähiger ist als die von anderen Personen1.

Unverträglichkeiten erkennen


Ein wichtiger Schritt für eine Verbesserung des Befindens und auch der Symptome von Hashimoto ist das Erkennen von Unverträglichkeiten. Liegt eine Unverträglichkeit beispielsweise gegen Gluten oder Laktose vor, können die entsprechenden Lebensmittel gezielt vermieden werden.

Ob tatsächlich eine Unverträglichkeit vorliegt, kann einerseits durch Ausprobieren eingegrenzt werden. Dieser Prozess erfordert allerdings eine gewisse Disziplin und viel Geduld. Alternativ können ein Arzt oder Heilpraktiker dabei helfen, Unverträglichkeiten festzustellen. Dazu können auch Selbsttest-Sets von cerascreen* verwendet werden.

Den Darm schonen

Nicht zuletzt ist es wichtig, dem Darm auch einmal Ruhe zu gönnen. Dabei hilft eine vollwertige Ernährung mit Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Samen und Nüssen sowie genügend Flüssigkeit. Stark verarbeitete Lebensmittel und viele tierische Fette sollten ebenso gemieden werden wie allzu häufiger Genuss von Alkohol.

Sollte der Darm einmal besonders stark belastet worden sein, zum Beispiel durch die längere Gabe von Antibiotika, ist es immer ratsam, den Aufbau des Darms in Rücksprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker durchzuführen. Das gilt auch, wenn dauerhaft Medikamente wie beispielsweise Schmerzmittel genommen werden müssen.


Besseres Wohlbefinden durch einen gesunden Darm



Unser Darm spielt eine oft unterschätzte Rolle für den gesamten Körper. Wenn wir ihn betrachten, dann können wir lernen, unsere Gedanken über die Gesundheit nicht nur auf ein Organ zu fixieren. Dem Darm, der oft als Dreh- und Angelpunkt unseres Wohlbefindens dient, die nötige Aufmerksamkeit einzuräumen, kann auch im Umgang mit Hashimoto besonders hilfreich sein.



Deime Parri

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